Fortbildung zum/zur TraumafachberaterIn / TraumafachpädagogIn für die Betreuung von Menschen mit komplexen/dissoziativen Psychotraumafolgestörungen mit dem Verfahren SPIM 30

(TIL - Stand 01.09.2019 Orientierung an den Richtlinien der Traumafachverbände ISSTD, ESTD, DeGPT, und DGTD)

Für die Seminare werden allgemein 16 Fortbildungspunkte beantragt. Alle Fortbildungspflichtseminare haben eine Struktur von 16 Std. an 2 Tagen (Fr./Sa.) im Zeitraum von ca. 2,5 Jahren.

  1. Überblicksseminar für Begriffe und Konzepte aus SPIM 30 in einem Mix aus Theorie und Praxis
  2. Hirnphysiologische Grundlagen
  3. Therapeutische Arbeit mit Bindung und Beziehung, Dissoziation und Affektstörungen, Übertragungen und Introjekten
  4. Körperpsychotherapie für Psychotraumaklienten
  5. Einzel- und Gruppenpsychotherapie bei komplex-traumatisierten dissoziativen Kindern, Jugendlichen sowie Erwachsenen
  6. Spieltherapie- und Nachnährungsansatz
  7. Unterscheidung von Psychotraumatherapie und Trauma­ fachberatung/Traumapädagogik bzw. Öffentlichkeitsarbeit
  1. Besonderheiten und Behandlung des Akuttraumas
  2. Konzepte der Dissoziation bei von Menschen gemachten Psychotraumastörungen (man made disaster)
  3. Veränderungen im Strukturniveau bei dissoziativen Störungen und Ableitungen für den Umgang mit Über- tragung, Gegenübertragung, Abwehr, Widerstand bzw. Mentalisierungsbarierren
  4. Psychoedukative Settings der stufenweisen Regulationss- tates RZ III, IV und V gemäß SPIM 30
  5. Nutzung von beseelbaren Therapieobjekten und deren indikationsgerechten Einsatz in diagnostischen und therapeutischen Settings (Arbeit mit impliziten Assoziati- onsräumen in der SPIM 30 Struktur)
  6. Förderung von Ressourcenaufbau
  7. Problematik der false memory Bewegung
  1. Trainingsdialoge zum Basisverhalten für Traumafachberater u. Traumapädagogen, Abklärung von Rahmenbedingungen
  2. Fokussierte Psychotraumaexploration im Praxisalltag und zielorientierte Gesprächsführung
  3. Gestaltung von psychagogischen Metaphern für KlientInnen, Handoutanwendungen in Lernetappen
  4. Basistraining zur Affektregulation
  5. Umgang mit Angehörigen (Helfer oder Tätersysteme?), Verleumdungs- u. Verratsprobleme
  6. Nutzen von einzel- und gruppentherapeutischer Arbeit in verschiedenen Etappen
  1. Wichtige kognitive, interaktive, körperorientierte und psychoedukative Regeln und Übungen für die Stabilisierung gemäß SPIM 30 - gemeinsames Training
  2. Arbeit mit Stabilisierungshandouts aus SPIM 30
  3. Fortgeschrittene Settings zum defizitären Erfahrungsausgleich für dissoziative Klienten (Nachnährung und Beispielgebung in Spiel und Alltagsfertigkeiten) – paper-pencil-Übungen
  4. Förderung von sozialer Kontaktaufnahme in Netzwerken, Gruppen- und Freundeskreisen
  5. Diskussion von Havarieplänen für Klienten
  6. Fragebögen zur Traumadiagnostik
  1. Erfassen von unbewussten Reinszenierungen in der therapeutischen Beziehungsgestaltung vor Ort oder im agierenden Außensystem der Klienten
  2. Darlegung von Etappen zur Ablösung aus Täterstrukturen und zum schrittweisen Abbau von Täterintrojekten (Rollensettings auch transgenerational)
  3. Indikation und Üben von Settings zum Abschwächen o. g. Störungsmuster mit Statementsettings
  4. Nutzung von KSHP-Settings zur psychodramatischen und gestalttherapeutischen Diagnostik gemäß SPIM 30 sowie weiteren Rollenschemata
  5. Diskussion über retraumatisierende, traumakompensatorische und täterchronifizierende individuelle und sozialsystemische Lebenskonzepte bei dissoziativen Klienten
  1. Indikationsdiagnostik für Psychotraumaexposition und Vermittlung von Grundsatzregeln zum Verstehen und Überweisen zur fachgerechten Beratung vor Ort (Screen, LMDR, KSHP)
  2. Training in Selbsterfahrungssettings zur Überprüfung von Stabilitätskriterien und Interventionen zur Reorientierung und Fraktionierung bei spontanen Psychotraumaflashbacks sowie Handhabung von Labilisierungs- bzw. Triggerzwischenfällen in der Expositionsarbeit
  3. Zur Selbsterfahrung für Berater: Einführung in die Screentechnik und LMDR gemäß SPIM 30 inkl. Perspektivwechsel in der Parallelisierungsmethodik
  4. Selbsterfahrung mit beseelbaren Therapieobjekten in der Psychotraumaexpositionsarbeit (KSHP)
  5. Unterschiede von Expositionsarbeitssettings bei Erwachsenen und Kindern mit Beispielübungen
  6. Ableitung von persönlichen Lern- u. Selbsterfahrungszielen für die Ausbildungsteilnehmer zur Vervollkommnung ihrer persönlichen Eignung für die Psychotraumadiagnostik und -expositionsarbeit
  1. Vertiefen und Wiederholen sämtlicher vorheriger Seminarinhalte anhand von situativ dargebotenen Fallvignetten der Fortbildungsteilnehmer
  2. Trainieren von konflikthaften Praxissituationen anhand von Kurzrollenspielen im Selbsterfahrungssetting
  3. Supervidieren von DVD-Lifesequenzen aus aktiven Psychotherapiesettings der Fortbildungsteilnehmer mit Kreativpausen zur Neujustierung des Vorgehens
  4. Fallbezogene Konzeptionsvergleiche für die Überweisung zu verschiedenen Psychotraumaexpositionsverfahren
  5. Selbsterfahrung für Berater in Perspektivwechseln i. R. der imaginativen Arbeit mit dissoziativen Störungen
  1. Vertiefen und Erweiteren des Arbeitens mit Anteilen bei dissoziativen Störungen nach den Besonderheiten des SPIM 30-Konzeptes
  2. Training von State-, Steg- und Brücke-Settings im kleinen Anteilesetting (3 Gruppen-Anteile)
  3. Training von Switchen in den komplexeren Anteilestruktursettings
  4. Bearbeitung von verhärteten Anteiledialogen mit großer dissoziativer Abwehr und Mehrgruppensettings)
  5. Diskussion der Komplikationen bei aktuellen Täterkontakt von KlientInnen
  6. Grenzen der Anteilesettings im psychodynamischen Kontext
  1. Hervorheben diagnostischer Besonderheiten beim Auftreten von gut oder gering integrierten Dissoziativen Identitätsstörungen im Praxisalltag
  2. Darlegung der Besonderheiten in der Täterübertragung, Täterintrojektion, Täterbindung und Stabilisierungstechniken bei DIS
  3. Umgang mit bekannten/unbekannten Täterkontakt in der DIS-Behandlung
  4. Grundsätzlicher Umgang mit schwierigen Symptomkonstellationen von Gehirnwäsche, Täterkonditionierungen, Zerstörerprogrammen, Rituellen u.a. Sekten bei DIS-PatientInnen
  5. Training mit Rollendialogen, Anteilediskussionen, Einzel- und Gruppensettings bei DIS
  1. Vertiefen der bisherigen Seminarinhalte von der Psychoedukation über die Exposition bis hin zur integrativen Differenzierung sozialer Schlussfolgerungen am Fallbeispiel mit verschiedenen Informationsquellen
  2. Integration von Erkenntnissen der Einzel-, Gruppen- u. ä. Sozialtherapie mit unterschiedlichen Blickwinkeln
  3. Einbeziehen von Kindern oder Lebenspartnerschaften in die fortgeschrittene pädagogische oder Fachberatung
  4. Integration von Fachliteratur für Klienten
  5. Nutzen von Lehrfilmen für SPIM 30 bzw. DVDs von Fachverbänden
  1. Je nach Entwicklungsstand der Fortbildungsgruppederen Interessenlage bzw. den aktuellen Angeboten von externen TIL-Dozenten kann dieses Seminar als Prüfungsvorbereitung für die psychotraumatologische Falldarstellung oder ein zusätzliches Thema einer ergänzenden Traumatherapiemethode organisiert werden.
  2. Ziel ist es die Techniken der psychotraumatologischen Therapie und Beratung zu vervollkommnen und den Blick in der Methodenvielfalt zu erweitern.
  3. Hierbei sollen Besonderheiten eines konkreten Einzelfalls aus dem Kind- oder/und Erwachsenenbereich erfasst und unter Verwendung der bisherigen SPIM 30 Methodik und ergänzender Verfahren diagnostisch beschrieben und psychotherapeutisch bzw. beraterisch erfasst und kreativ und erfolgreich behandelt werden.
  4. Das Abfassen von Therapiefallberichten ist ebenfalls Gegenstand des Seminars anhand von Fallbeispielen.

Praktische Abgabeanforderungen für die Prüfungszulassung

  • 2 Kurzzeittherapiefälle in Form von Standardprotokoll und Rollenspiel oder Audioband oder Videoband nach Vorgabe
  • 2 Langzeittherapiefälle in Form von Standardprotokoll und Rollenspiel oder Audioband oder Videoband nach Vorgabe

Abschlusskolloquium

Die Zulassung zum Kolloquium erfolgt nach erfolgreichem und vollständigem Absolvieren der o. g. Seminare und der Mindestsupervisionsanforderungen. Alle Prüfungsbehandlungsfälle müssen abgegeben und als ausreichend erfolgreich durch die Fortbildungsleiter bewertet worden sein. Die theoretische Prüfung erfolgt durch beide Fortbildungsleiter über 90 min. in der Kleingruppe anhand von Prüfungskomplexen des TIL.

Seminarkosten

  • Es gelten die Seminargebühren und Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Leipziger Akademie für Ganzheitliche Psychotherapie (Mutterorganisation des TIL), d. h. beispielsweise 11 x 250,-- € bei Wahrung der Frühbucherfrist für ein Seminar (sonst 300,-- € als Spätbucher).
  • Es können Einzel- oder Gruppensupervisionstermine zu folgenden Bedingungen vereinbart werden:
    • Einzelsupervision: 45 min. für 80,-- Euro
    • Gruppensupervision (3 Pers.): 90 min. für 50,-- Euro
  • Einmalige Kosten:
    • Aufnahmegesprächsgebühr: 80,-- Euro
    • persönliches SPIM 30 Manual: 50,-- Euro
    • Abschlusskolloquiumsgebühr: 100,-- Euro
    • für jeden eingereichten Prüfungsfall:
      • als Kurzzeitfall 40,-- € (DVD und Protokoll)
      • als Langzeitfall 60,-- € (DVD und Protokoll)

Fortbildungsort - Postanschrift

Trauma-Institut-Leipzig (an der Leipziger Akademie für Ganz- heitliche Psychotherapie)
Leipziger Straße 36 a
D-04178 Leipzig

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