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Trauma-Institut-Leipzig
Institutstag 2020

Teil 1 für Absolventen / Mitglieder des TIL - Geschlossene Veranstaltung

Dozent:

Kosten: Teil I (Vormittag)
Geschlossene Veranstaltung
- für TIL-Absolventen/Mitglieder
kostenfrei

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Trauma-Institut-Leipzig
Institutstag 2020

Teil 1 für Absolventen / Mitglieder des TIL - Geschlossene Veranstaltung

TIL-Tag 2020 am 23.05.2020 (intern)

mit Beiträgen von:

Dr. Mario Ebest
"Der zerstörerische Umgang der DDR mit einem unbequemen Werk"

Siegfried Pitschmann, ein intellektueller Schriftsteller in der DDR mit proletarischer Herkunft, arbeitete 1959 an dem Roman Erziehung eines Helden. Aufgrund der eher düsteren und wenig optimistischen Schilderungen des Alltags auf der sozialistischen Großbaustelle „Schwarze Pumpe“ und wegen seines angeblich zu westlichen Schreibstils (hard-boiled style), konnte der Roman allerdings in der DDR nicht erscheinen. Er war zu wenig kompatibel mit den Wunschvorstellungen der DDR-Eliten, die diese bezüglich der Werke von Autoren des Bitterfelder Weges hegten und durchzusetzen suchten (vgl. Mythos der Baustelle als von sozialistischen Helden gesteuerter, optimistischer und nachhaltiger Aufbauprozess). Die Ablehnung seines Romans durch den DDR-Schriftstellerverband und DDR-Medien muss für Pitschmann traumatisierende Folgen gehabt haben, denn er hatte ursprünglich sehr große Hoffnungen in dieses Werk gesetzt. Es sollte ihn als Schriftsteller endlich in der Literaturszene der DDR etablieren. Stattdessen folge nun ein „schreckliches Abschlachten, ein Strafgericht“, wie Pitschmann es selbst beschrieb. Der Autor ist an der aggressiven Entwertung seines Werkes schließlich beinahe zerbrochen (Identitätskrise, Selbstmordversuch).
Über eine Annäherung an die Biographie Pitschmanns (bspw. Flucht mit der Familie zu Beginn von 1945 aus Schlesien, Tod von Geschwistern) und an die Funktionsweise der Kulturpolitik der DDR (z.B. ideologischer Einfluss von Erwin Strittmatter als Vorsitzender des DDR-Schriftstellerverbandes) werden in dem Vortrag traumatisierende Zusammenhänge herausgearbeitet. Anhand von Passagen aus Texten von Pitschmann und von Auszügen aus DDR-Publikationen der damaligen Zeit soll dabei u.a. detailliert dokumentiert werden, welche emotionalen Auswirkungen die heftige Kritik des DDR-Apparates auf den Autor hatte und wie er mit dieser umging. Relevante Texte werden auf Papier bereitgestellt.

Dr. Mario Ebest - Anglist und Hochschullehrer. Studium in Glasgow und Leipzig. Dissertation zum Thema Literarische Verarbeitung des Traumas der Highland Clearances (veröffentlicht: 2016). Seit 2001 Lehrtätigkeit im Bereich Sprache sowie anglistische Literatur- und Kulturstudien. Vorträge auf wissenschaftlichen Konferenzen in Großbritannien, Polen, Frankreich und der Bundesrepublik. Aufsatzveröffentlichungen. Aktuelle Forschung zur Konstruktion von politisch-kulturellen Identitäten im englisch-keltischen Dritten Raum (Modell: Interner Kolonialismus) und zu proletarischen Literaturen in der DDR und in Großbritannien.


DP Wiebke Bruns
„Wie Scham und Schuld das Ich auffressen“

Eine Frau kommt mit einer ausgeprägten Leistungsneurose und einer anhaltenden Bringeschuld ihrer Primärfamilie gegenüber in einem körperlich sehr angeschlagenen Zustand als geschickte Patientin in die Praxis. Mit Hilfe des SPIM-30-Konzepts gelingt eine therapeutische Anbindung mit ausreichend Bindungskonstanz. Es lässt sich eine frühkindliche Amnesie bis zum sechsten Lebensjahr erarbeiten, die die Biografie der Frau noch einmal ganz anders fundiert und in der Gegenwart ankommen lässt.
Anhand des Fallbeispieles wird gezeigt, wie stark Scham und Schuld das Ich unterdrücken (helfen). Körpertherapeutische und imaginative Techniken bewährten sich, tief verankerte Dissoziationen und Blockaden zu lösen. Ist das klassisch analytische Setting im Liegen ohne gegenseitigen Blickkontakt für viele TraumapatientInnen oft schwierig oder sogar unmöglich, ließ die Scham der Frau in weiten Teilen der Psychotherapie nur dieses Setting zu.

DP Wiebke Bruns - Psychologische Psychotherapeutin in eigener Praxisniederlassung für Erwachsene (Gruppen- und Einzelsetting) in Leipzig. Studium für Klinische Psychologie in Potsdam und Leipzig (DP), Ausbildungen in Tiefenpsychologisch-fundierter und analytischer Psychotherapie an der Köln-Bonner-Akademie, Fortbildung zur Traumapsychotherapeutin am Traumainstitut Leipzig, Körpertherapieausbildung in Stuttgart. SAFE-Mentorin München.

Literatur
Hochauf, R. (2017): Frühes Trauma und Strukturdefizit. Asanger.
Vogt, R. (2014): Verleumdung und Verrat. Asanger.


M.Sc. Psych. Jan Wolfrum
„Scham und Schuld – Der Kitt an den Täter?“

In diesem Vortrag wird eine Fallvignette zu emotionalem Missbrauch in der Familie aus der beraterischen Arbeit am Psychotrauma-Zentrum Leipzig e.V. vorgestellt. Ziel ist es zu verdeutlichen, inwieweit die Aufarbeitung von Scham und Schuld der Klienten als Schlüsselelement zum Abbau von massiver Täterbindung genutzt werden kann. Die Dynamik und Wirkungsweise von Scham und Schuld im Innensystem der Klientin in diesem Beispiel und ihr späterer Entwicklungserfolg durch die Beratung werden anhand von gemalten inneren Bildern und Grafiken zu verschiedenen Aufstellungssettings ihrer Persönlichkeitsanteile anschaulich vorgestellt.

M.Sc. Jan Wolfrum ist Psychologe und befindet sich derzeit in der therapeutischen Ausbildung zum tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapeuten und Weiterbildung zum Traumafachberater/ Psychotraumatherapeut. Seit 2014 ist er Mitarbeiter im Psychotraumazentrum Leipzig e.V. und bietet u.a. Traumafachberatungen für Erwachsene sowie Einzel- und Gruppensupervision für Flüchtlingshelfer an.


Beatrix Zieglmeier
„Begegnung mit Scham und Schuld in der Selbsthilfegruppenarbeit mit
Betroffenen von Traumatisierung und Traumafolgestörung“

Die Begegnung und Konfrontation mit Scham, Schuld und der Frage nach Verantwortung
sowie das Agieren aus Bindungsunsicherheit heraus, erschweren die Beziehungsgestaltung
in der Selbsthilfegruppenarbeit.
Die Teilnehmer haben das Bedürfnis nach sozialen Kontakten, Verständnis, Zugehörigkeit
und Austausch und stehen oft dabei im Konflikt mit erlernten Strategien und zum Teil
gelebten Täterbindungen außen wie innen. Häufig lösen diese Übertragungen und
Gegenübertragungen aus, welche Bestandteil bzw. Ursache der Dynamik in den Gruppen
sind, die zu Missverständnissen und Konflikten führen können. Das Agieren in Opfer- bzw.
Täteranteilen ist oft mit Verkennung, Enttäuschung und Wut, auf Grund von Streben nach
Abhängigkeiten sowie hohe Erwartungen an den Anderen, verbunden. Wie das Fallbeispiel
zeigt, können diese zu Verleumdung und Verrat führen, um die Schuldfrage zu klären und
den Anderen zu beschämen. Diese sensible Arbeit mit Betroffenen von Traumatisierung und
Traumafolgestörung stellt eine besondere Herausforderungen in der Gruppenarbeit dar und
macht eine wohlwollende Anleitung und klare schriftlichen Vereinbarungen in der
Selbsthilfearbeit mit Betroffenen von Traumatisierung und Traumafolgestörung notwendig.

Beatrix Zieglmeier ist als Sozialarbeiter, Sozial- und Heilpädagoge
vorwiegend im Bereich der Früh- und Elementarpädagogik sowie
Integration und Frühförderung tätig. Zusammen mit ihrem Mann hat sie
die Traumahilfe Leipzig gegründet und leitet nach eigenem Konzept, in
Anlehnung an das SPIM-30 von Vogts, Traumaselbsthilfegruppen.
Sie wird auf dem Kongress die Begegnung von Scham und Schuld in
der Selbsthilfegruppenarbeit skizzieren und die Notwendigkeit von
wohlwollender Anleitung, Abgrenzung zur Therapie und klare
schriftlichen Vereinbarungen mit Betroffenen von Traumatisierung und
Traumafolgestörung in der Selbsthilfearbeit anhand von Fallbeispielen
erläutern.

Literaturangaben

Vogt, R. (Hrsg.2016). Täterbindung. Gruppentherapie und Soziale Neurobiologie. Kröning: Asanger.
Vogt, R. (2013) SPIM -30. Behandlungsmodell dissoziativer Psychotraumastörungen. Kröning: Asanger.
Vogt, R. (Hrsg.2012). Täterintrojekte. Diagnostik und behandlungsmodelle dissoziativer Strukturen. Kröning: Asanger
Sieland, B. / Heyse, H. (2010) Verhalten ändern-im Team geht´s besser. Die KESS-Methode: Arbeitsbuch. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.
Mattke, D./ Reddemann, L./Strauß, B. (2009) Keine Angst vor Gruppen!. Gruppenpsychotherapie in Praxis und Forschung. Stuttgart: Klett-Cotta.
Berg-Peer, J. (2016) Moderation von Selbsthilfegruppen. Ein Leitfaden. Köln:Psychatrie

Datum:

23.05.2020
Einlass ab 8.30 Uhr
Beginn 8.55 Uhr
Ende ca. 12.00 Uhr

Kosten:

Teil I (Vormittag)
Geschlossene Veranstaltung
- für TIL-Absolventen/Mitglieder
kostenfrei

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Hinweis:

Veranstaltungsort: Trauma-Institut-Leipzig

4 Fortbildungspunkte

Infos zum Dozenten

TIL-Tag 2020 am 23.05.2020 (intern)

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Institutstag 2020